Indie-Adventskalender Tag 13: Oxenfree (2016)

Alex, ihr Stiefbruder Jonas und drei ihrer Freund:innen fahren zu einer Insel mit düsterer Geschichte. Als sie nach einer Partynacht die Geister dieser Vergangenheit aufwecken, muss Alex Entscheidungen treffen, die über das Schicksal der Anderen bestimmen werden…

Das Gameplay besteht simplistisch daraus, die Insel zu erkunden und in Dialogen verschiedene Optionen auszuwählen. Dadurch, dass das Spiel so kurz ist und die Dialoge realistisch, bleibt es trotzdem kurzweilig.

Die Story ist sehr interessant und es macht Spaß, die Geheimnisse der Insel mit dem Radio zu erforschen. Sie erinnert im besten Sinne an einen Teenie-Horrorfilm aus den 80ern.

Vor allem durch das Ende und die verschiedenen Gesprächsoptionen hat das Spiel außerdem einen hohen Wiederspielwert und machen mich umso gespannter auf die bereits angekündigte Fortsetzung.

Bewertung: ★★★★☆

Quelle: https://nightschoolstudio.com/

Indie-Adventskalender Tag 12: Scanner Sombre (2017)

In Scanner Sombre herrscht komplette Dunkelheit. Mensch ist in einem Höhlensystem, das so tief ist, dass kein einziger Lichtstrahl es erhellt. Also muss mensch auf andere Art und Weise herausfinden, wie die Umgebung aussieht – mit einem Scanner!

Mit diesem malt mensch praktisch die Höhle an, und die verschiedenen Farben der entstehenden Punkte zeigen an, wie weit weg die Wand, der Stalagmit oder die Brücke entfernt ist. Das sieht nicht nur wunderschön aus, es macht das Fortbewegen auch überrasched einfach möglich.

Dabei geht es nicht nur darum, den Ausgang der Höhle zu finden, sondern auch, ihre Geschichte zu ergründen, von alten Minen bis zu merkwürdigen Kulten. Und der Scanner zeigt nicht nur Holz und Gestein an, sondern auch geisterhafte Figuren…

Es gibt keinen einzigen Jumpscare in diesem Spiel, und gerade dadurch kann sich die Atmosphäre voll entfalten. Scanner Sombre ist eine Erfahrung, wie ich sie nie in einem anderen Spiel gemacht habe, und die ich jeder Person empfehlen würde.

Bewertung: ★★★★★

Quelle: https://www.scanner-sombre.com/introversion/

Indie-Adventskalender 8: Fran Bow (2015)

Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern wird die junge Fran in eine Psychiatrie eingesperrt und von ihrer geliebten Katze getrennt. Daraufhin versucht sie, auszubrechen und gemeinsam mit Mr Midnight, dem Kater, das Haus ihrer Tante zu erreichen.

Das Spiel kommt eigentlich in typischer Point-and-Click-Manier daher, hat aber einen Twist: Mensch kann jederzeit Pillen nehmen, die die Umgebung drastisch verändern und zahlreiche Fantasy- und Albtraumgestalten erscheinen lassen.

Dadurch bekommen die Rätsel noch eine weitere Ebene, doch sie werden nie unrealistisch und ohne Hilfe unlösbar, wie es vielleicht aus anderen Spielen des Genres bekannt ist. Stattdessen macht es hier Spaß, die Umgebungen zu erkunden und sich zu überlegen, was mit den gesammelten Items angestellt werden kann.

Das liegt auch an dem kreativen Design der Level und Kreaturen. Es bleibt nicht bei den klischeehaften Horror-Psychatrien, denn es werden langsam auch Elemente, die aus Alice im Wunderland oder einem alten Märchen stammen könnten, eingeführt.

Außerdem sind nicht alle Figuren böse. Die meisten sind tatsächlich neutral eingestellt und leben nur ihr eigenes Leben, viele helfen Fran aber auch auf ihrer Reise, was einen schönen Bruch mit Genre-Klischees darstellt.

Insgesamt ist Fran Bow wirklich ein Spiel mit Herz, das ich jeder Person an selbiges legen möchte, die sich auf Point-and-Click einlassen kann!

Bewertung: ★★★★★

Quelle: http://www.franbow.com/

Indie-Adventskalender Tag 3: Subway Midnight (2021)

Um am dritten Tag noch einen Genre-Sprung zu wagen, stelle ich als nächstes Subway Midnight vor, ein Horrorspiel, das zurecht als „creepy-cute“ beschrieben wird und von einer Person namens Lizz handelt, die ihre Freundin Cassandra in einer von Geistern heimgesuchten Bahn sucht.

Dabei wandert die spielende Person von Waggon zu Waggon, in denen immer neue Gefahren lauern können. Manche sind ganz normale Bahnwagen, in andere warten Monster, Dämonen oder Geister.

6 davon sind die Geister ermordeter Kinder, deren Vermisstenposter mensch an einigen Wänden sehen kann. Und mit ihnen kann mensch sich anfreunden, um verschiedene Enden zu erreichen.

Das Problem damit ist, dass nicht klargemacht wird, mit welchen Objekten mensch interagieren kann, sodass es zu einem frustrierenden Ratespiel wird, diese Freundschaften auch umzusetzen. Das und das vorletzte Level, das vor nervigen Labyrinthen mit anstrengender Steuerung nur so strotzt, haben mich davon abgehalten, auch andere Enden freizuschalten.

Zum Beispiel gibt es ein Level auf der Oberfläche des Mondes, über das ein so starker Filter gelegt worden ist, dass es extrem schwierig ist, überhaupt zu sehen, ob sich die Figur bewegt. Das gepaart mit unsichtbaren Wänden, keinerlei Hinweisen, welche Richtung die richtige ist, und um die 10 Feinde, die einen nicht erwischen dürfen, garantiert einfach keinen Spielspaß.

So extrem war es zum Glück nur in diesem einen Level. Die anderen glänzen zwar auch nicht gerade mit ihrem Gameplay, aber es stört wenigstens nicht dabei, die Story und Atmosphäre zu genießen. Vor allem letztere überzeugt nämlich stark durch den Zeichenstil, der wirklich Süßes und Gruseliges mischt und den gelungenen Wechsel zwischen 2D und 3D – Vor allem in einem Level, in dem mensch plötzlich in die First Person-Perspektive katapultiert wird.

Meist ist das Spiel nicht wirklich furchteinflößend, aber eine bedrückende Stimmung zieht sich von Anfang bis Ende durch und dadurch, dass mit Jumpscares gespart wird, stechen sie umso erschreckender hervor, wenn sie doch mal passieren.

Bewertung: ★★☆☆☆

Quelle: https://aggrocrab.com/SubwayMidnight

Review: Outlast

Seit geraumer Zeit ist Outlast einer der hellsten Sterne am Horrorspiel-Himmel, und das nicht ohne Grund, wie ich selbst festgestellt habe.

Die Story an sich ist typisch für das Genre, wird allerdings interessant aufbereitet und vor allem durch auffindbare Dokumente erzählt: Als Journalist reist man zu der Irrenanstalt Mount Massive Asylum, um dort mysteriöse Vorfälle aufzuklären, nachdem man einen Insider-Tipp bekommen hat.

Bald sieht man sich jedoch gefangen zwischen mordenden Insassen und den Resultaten des geheimen Projekts „Walrider“, das unter dem Deckmantel der Anstalt vonstatten ging und anscheinend bereits mehr als ein Leben gekostet hat.

Mit nichts als einer Kamera bewaffnet, was ein beklemmendes Gefühl der Hilflosigkeit erzeugt, muss man also irgendwie lebend zum Ausgang kommen und die Gräueltaten im Inneren der Anstalt dokumentieren, doch dem stehen einige Gefahren im Wege.

Zum Beispiel benötigt die Kamera Batterien, um die Nachtsicht zu aktivieren, die in den dunklen Bereichen des Irrenhauses wirklich nötig ist, um zu sehen, wohin man denn gerade Hals über Kopf fliehen muss, was dem Ganzen ein ständiges Gefühl der Anspannung verpasst, die auch anhält, wenn man sich eigentlich nicht in konkreter Gefahr befindet.

Die  Momente, in denen man wirklich nichts zu befürchten hat, sind allerdings rar gesät, denn in Mount Massive wimmelt es nur so von Gegnern, die einem das Leben schwer machen, unter andere, der ehemalige Soldat Chris Walker, der verrückte Doktor Trager oder die Zwillinge.

Nicht alle Insassen sind jedoch feindlich gesinnt. Das Problem ist halt, dass man das äußerlich nicht erkennen kann und sich innerlich auf das Schlimmste vorbereitet, wenn man sich an ihnen vorbei zwängen muss.

Außerdem gibt es den Vater Martin, der versucht, einen durch die Anstalt zu geleiten, und den Kult um den Walrider, der das Mysterium um diese Gestalt und die Angst vor einer Begegnung mit ihr nur verstärkt.

Um diese ganze Tortur lebend zu überstehen, gibt es einige Mechaniken: Man kann sich in Schränken oder unter Betten verstecken, was einem nicht immer etwas bringt, weil die Bösewichte gut und gerne auch einmal darin nachschauen, Türen hinter sich schließen und Schränke vor sie schieben.

Einige Möglichkeiten also, zu überleben, und genug, um die verschiedenen Fluchtszenen zu überstehen, aber nicht so viele, dass es unnötig kompliziert wird. Und diese Abschnitte des Spiels sind nicht unbedingt linear, denn man muss teilweise durch Lüftungsschächte, Fenster oder durch den Garten fliehen.

Trotz all dieser Spannungsmacher gibt es eine Sache, die ich bemängeln muss, und das ist die sich ständig wiederholende Mechanik, bei der man zwei Hebel ziehen und dann einen Hauptschalter aktivieren muss, während in der Umgebung ein Feind auf Patrouille ist. Es ist zwar jedes Mal wieder nervenaufreibend, würde einem allerdings auf die Nerven gehen, wenn das Spiel nicht so kurz wäre.

Insgesamt ist es nämlich ziemlich kurz und kompakt, was wahrscheinlich die einzige Möglichkeit ist, die Spannung aufrecht zu erhalten und die Nervosität der Spieler nicht abklingen zu lassen.

Und noch ein Pluspunkt: Das Spiel verwendet zwar Jumpscares, braucht sie aber nicht, um seine Atmosphäre aufrecht zu erhalten, weshalb es von Anfang bis zum Ende ein spannendes Erlebnis bleibt.

Bildquelle: https://redbarrelsgames.com/games/outlast/