Review: Call of Juarez – Bound in Blood

Jetzt, wo Red Dead Redemption 2 am Horizont steht, fällt der Fokus wieder auf den Wilden Westen. Zeit also, ein ganz anderes Spiel mit diesem Setting zu betrachten: Den zweiten Teil der Call of Juarez Reihe, bei dem es sich um ein Sequel zum ersten handelt.

Dabei spielt man die Brüder Ray und Thomas McCall, die sich auf die Suche nach dem legendären Azteken-Schatz in den Hügeln von Juarez machen und sich dabei immer weiter voneinander und von ihrer Moral entfernen.

In den meisten Leveln kann man zwischen dem auf Nahkampf konzentrierten älteren Bruder Ray, der mit zwei Pistolen und Dynamit kämpft, und dem colt- und gewehrtragenden Thomas, der sich mit einem Lasso auch entlegene Aussichtspunkte zunutze machen kann, wählen, was starke Einflüsse auf das Gameplay hat, die etwas über die offensichtliche Waffenwahl hinausgehen:

So haben die beiden zum Beispiel auch einen unterschiedlichen „Konzentrationsmodus“, der nach dem Töten einiger Feinde aufgeladen wird und bei dem Ray in Zeitlupe Gegner markieren kann, die er dann mit seinen beiden Pistolen tötet, wenn die Szene vorbei ist. Thomas hingegen markiert sie automatisch, man muss aber selbst die Maus zurückziehen und abdrücken, um das Gefühl des Gewehrs zu simulieren.

Doch auch auf die Zusammenarbeit der beiden unterschiedlichen Brüder wird Wert gelegt, denn sie müssen ihre Fähigkeiten teilweise ergänzend nutzen, da zum Beispiel nur Thomas klettern kann und seinem Bruder dann helfen muss.

Nicht nur das abwechslungsreiche Gameplay, das einen sich wie einen echten Revolverheld fühlen lässt –  vor allem, wenn man beide Brüder gleichzeitig kontrolliert, während sie eine Tür aufstoßen und alle Gegner im Raum niederschießen – machen das Spiel so interessant, denn eine fesselnde Story wie diese, die einen bis zum dramatischen Finale nicht loslässt, ist in anderen Shootern selten zu finden.

Erzählt wird sie von William, dem dritten Bruder, der den Zwist seiner Geschwister schockiert von außen beobachtet und versucht, das unausweichliche Ende abzuwenden, und der eine Art moralischen Gegenpol darstellt, ohne dabei allerdings in der eigenen Charakterentwicklung zu stagnieren.

Durchsetzt wird die actionreiche Story von selten gestreuten Open-World-Sequenzen, in denen man einige Nebenaufträge erledigen kann, um sich Geld für bessere Waffen und Munition zu verdienen.

Wenn man möchte, kann man diese allerdings auch einfach überspringen und mit der Geschichte weitermachen, obwohl sich die Spielwelt auch neun Jahre nach dem Release noch sehen lassen kann.

Noch mehr Abwechslung gibt es rasante Setpieces, bei denen man zum Beispiel mit einer Kutsche oder einem Kanu entkommen muss, oder die Feinde mit einer Gatling Gun oder Kanone niedermähen kann.

Auch nervenaufreibende Duelle, die hier als eine Art Bosskampf funktionieren, findet man in diesem Spiel. Bei ihnen geht es darum, den Gegner im Auge zu behalten und, in typischer Cowboy-Manier, schneller zu ziehen und zu schießen als er, was anfangs eine eher unwillkommene Unterbrechung ist, bis man den Dreh heraus hat.

Als Fazit lässt sich sagen, dass ich das Spiel ohne schlechtes Gewissen an jeden weiterempfehlen werde, der damit leben kann, dass es schon einige Jahre auf dem Buckel hat und sich für abwechslungsreiche, kurzweilige Shooter mit einer tatsächlich durchdachten und emotionalen Story interessiert.

Bildquelle: http://development.techland.pl/call-of-juarez-bound-in-blood

Review: Staxel

Nachdem ich mich den ganzen Monat lang kaum von diesem Spiel losreißen konnte, habe ich beschlossen, endlich eine Review dazu zu verfassen, auch wenn sich das Spiel noch in der Early-Access-Phase befindet, also noch nicht fertig ist.

Wer Screenshots von dem Spiel sieht, wird es wohl zuerst mit Minecraft vergleichen. Und tatsächlich gibt es neben dem blockigen Artstyle noch eine weitere Gemeinsamkeit: Man kann ebendiese Blöcke abbauen und daraus einige Häuser bauen.

Und das soll man sogar, denn im Gegensatz zu dem ursprünglichen Minecraft gibt es hier eine Story: Der Spieler ist der neue Besitzer der Farm, die er wieder aufbauen und bewirtschaften muss, und kommt neu in die Stadt.

Nach und nach bekommt man immer mehr Bauaufträge, von Häusern für neue Stadtbewohner bis zu öffentlichen Gebäuden wie einem Museum, einer Tierhandlung oder einem Festivalplatz, während man die Bewohner und ihre Hintergrundgeschichten besser kennenlernt und Quests für sie erledigt.

Frühere Entwürfe einiger Dorfbewohner von Staxel – Wobei sich die Designs inzwischen stark verändert haben

Was als kleines Indie-Game für zwischendurch erscheint, hat überraschend viel Tiefe, sodass man sich schnell darin verlieren kann – Vor allem, weil die Jahreszeiten, die wie in vielen Spielen dieser Art nur aus einem Monat bestehen, nur jeweils 16 Tage haben und einem so schnell die Chance geben, aufzuholen, was man an Events oder pflanzbarem Gemüse verpasst hat.

Zum Beispiel gibt es im Frühling ein Event mit Feen-Thema, im Herbst ein Halloween-Event und im Winter ein Laternenfest, bei denen man niedliche, saisonale Möbel abstauben kann.

Dazu kommt ein einzigartiges Crafting-System, das viele Spieler überraschenderweise genervt zu haben scheint, weil man für Aktionen wie das Montieren, Kombinieren, Backen, Kochen, etc. jeweils verschiedene Stationen braucht.

Hat man sich jedoch erst einmal daran gewöhnt, kann man zahlreiche Rezepte und Blaupausen ausprobieren, die man kaufen kann oder teilweise durch Quests erhält.

Wie man es aus Animal Crossing, von dem die Entwickler inspiriert wurden, kennt, kann man auch Insekten und Fische fangen oder Fossilien sammeln und so seine Sammlungen erweitern und dafür Punkte und Belohnungen erhalten, ebenso wie für Achievements.

Alles in allem hat mich das Spiel mit seiner Fülle an Aufgaben überrascht. Es gibt eigentlich keine Momente, in denen Langeweile aufkommt, weil man immer auf der Farm arbeiten, Häuser bauen oder anderweitig Quests erledigen kann, weshalb ich keine Mühe habe, das Spiel trotz des „Early-Access-Stempels“ weiterzuempfehlen.

Bildquellen: https://playstaxel.com/

https://press.playstaxel.com/sheet.php?p=staxel

Review: Deiland

Deiland ist eines dieser Spiele, das man leicht verpassen kann, wenn man Pech hat. Aber besser spät als nie, wie ich zu meiner Freude festgestellt habe – Das von nur fünf Personen entwickelte Rollenspiel, das auf dem titelgebenden Planeten „Deiland“ spielt, ist nämlich bereits im Februar diesen Jahres erschienen und hat sich als echte Überraschung entpuppt.

Es geht darin um den kleinen Prinzen Arco, der auf Deiland lebt und den Planeten und sein magisches Kristallherz gegen verschiedene Monster und eine böse Stimme, die ihm nachts zuflüstert, verteidigen muss.

Ihm zur Seite stehen einige Charaktere, die ab und zu mit ihren Raumschiffen auf dem Planeten landen und mit denen man Handel treiben oder für die man Quests erledigen kann.

Außerdem kann man verschiedene Pflanzen anbauen und aus ihnen Gerichte kochen oder Zaubertränke brauen, Angeln gehen oder Mineralien in der Mine abbauen. Es ist sogar möglich, sein Haus weiter auszubauen und auch andere Gebilde wie Brunnen oder einen Schafstall zu bauen.

Aber das beschauliche Leben auf dem eigenen Hof ist nicht das Einzige, was das Spiel zu bieten kann, denn es kann auch mit RPG-Elementen aufwarten, indem man seinen Charakter leveln und verschiedene Attribute zum Verbessern, wie Intelligenz oder Stärke, wählen kann.

Außerdem ist da ja noch die Tatsache, dass Arco ein Prinz ist und als solcher Magie benutzen kann. Gleichzeitig muss er seinen Planeten aber auch vor einer unbekannten Bedrohung schützen, die sich langsam durch das Sammeln von Seiten der Legende eines Prinzen herauskristallisiert.

Und obwohl sich die Geschichte hauptsächlich auf Deiland selbst abspielt, kann man auch zwei andere Orte besuchen: Den Eisplaneten Ankora und einen weiteren Schauplatz, über den ich nicht zu viel verraten möchte.

Begleitet wird dieses märchenhafte Indie-Game, dessen cartoonhafte, aber nicht zu simple Grafik sich sehen lassen kann, von einem meist sanften Soundtrack, der jedoch in bei Monster- und Piratenangriffen auch mal einen Gang zulegt.

Alles in allem habe ich mit diesem Spiel viel mehr bekommen, als ich erwartet hatte. Natürlich ist die Spielzeit der Hauptstory nicht so lang wie bei zahlreichen AAA-Titeln dieser Generation, aber wenn man bereits Spiele wie Stardew Valley oder Harvest Moon mochte, kann man mit diesem hier nichts falsch machen.

Bildquellen: http://deiland.games/

Review: Rabbit Junk Will Die: Meditations on Mortality (Rabbit Junk)

Auf Bandcamp beschreibt sich die Band Rabbit Junk selbst als „Experimental whirlwind passing like a comet through Metal, Punk, EDM, Urban, and Soundtrack“, und mit diesem Album sind sie dieser Bezeichnung wieder einmal mehr als gerecht geworden, so viel sei vorweg genommen.

Das Album beginnt mit dem Titel „Hunting“, der einen starken Einstieg bietet. Wie in vorherigen Songs besticht vor allem die Kombination der Stimmen von JP und Sum Grrl, die die aggressive Stimmung auf verschiedene Weisen unterstreichen, ebenso wie das atmosphärische Flüstern, das stellenweise zum Einsatz kommt.

Weiter geht es mit „Xenon“, der wieder abwechslungsreich daherkommt und schöne clean Vocals hat, die man von der Band sonst eher nicht kennt. Vor allem nach dem ruhigen Anfang sticht der Rest des Songs besonders heraus.

Become Hell hingegen kommt zwar wieder mit einem eher sanfteren, dafür aber mit wenigen, aber eindrucksvollen Lyrics daher. Die elektronischen Einflüsse sind in diesem Song stärker vertreten, da seine Stärke auf der instrumentalen Seite liegt.

Bei Shadow Horizon, dem vierten Lied des Albums, bemerkt man eher das selbstauferlegte Label „urban“ durch locker vorgetragene, clevere Lyrics, die mit ihrer Kritik einer Gesellschaft, die die angeblichen Werte der Vergangenheit schätzt und damit die Zukunft zerstört, nicht hinterm Berg halten.

You put a hit on the future
Because you think the past is under attack
Thinking zero sum, just winners and losers
But the future hit back!

Dahingegen glänzt Art of Defiance mit seinem stimmungsvollen Einsatz von Sirenen, die sich perfekt in den Song integrieren und das kritische Thema des Albums fortsetzen, in dem sie eine Geschichte des Widerstands gegen Polizeigewalt und -willkür spinnen.

Der wohl emotionalste Song aus dem Album, wenn man Hass nicht mitzählt, versteht sich, ist Gravity Hero. Dieses Mal zeigt JP, was er mit seiner Stimme noch so anstellen kann und liefert eine überraschend melancholische Performance, die sich vom Rest des Albums abhebt, ohne im Geringsten zu stören.

Step aside
I will fly!
Gravity is just a state of mind

Bend the Light wartet mit stimmungsvollem Hintergrundgesang und starken Gitarren auf. Kombiniert mit den aggressiv vorgetragenen Lyrics zeigt sich die wahre Klanggewalt.

Das Cover von The Metro wirkt im Vergleich mit den anderen Songs des Albums fast schon langweilig, stellt aber Sum Grrls Stimme schön zu Schau, vor allem, weil diese dem Lied eine ganz eigene Note gibt.

Fasst man das alles zusammen, erhält man ein Album, das seinesgleichen sucht. Die für ihren Genremix bekannte Band Rabbit Junk hat auch dieses Mal wieder mit ihren Kontrasten genau ins Schwarze getroffen und ein Gesamtwerk abgeliefert, das einen noch länger begleiten wird, wenn man es einmal gehört hat.

Quellen: http://www.rabbitjunk.com/

https://rabbitjunk.bandcamp.com/

Highlights der E3 2018

Würde ich über alle Neuigkeiten, die sich bei der weltweit größten Videospielmesse ergeben haben, berichten wollen, würde ich in diesem Monat nicht mehr fertig damit, deshalb werde ich mich auf die Spiele beschränken, die ich für besonders interessant halte. Dabei werden die Spiele natürlich alphabetisch aufgezählt, hier soll ja niemand benachteiligt werden.

Assassin’s Creed Odyssey

Schon wieder ein neuer Teil von Assassin’s Creed? Muss das sein? – Zwei Fragen, die sich sicherlich viele, die das Event dieses Jahr verfolgt haben, stellen mussten.

Scheinbar hielt Ubisoft es allerdings für gerechtfertigt, bereits ein Jahr nach Origins einen weiteren Teil ihrer berühmt-berüchtigten Reihe anzukündigen, der einen dieses Mal ins alte Griechenland führt – Und zwar in eine Zeit, bevor der Assassinenorden überhaupt gegründet worden ist.

Wo da das „Assassin“ oder „Creed“ bleibt, sei dahingestellt. Dafür kann man sich wohl auf Massenschlachten, Schiffskämpfe, und endlich wieder eine weibliche Protagonistin freuen, ebenso wie auf mögliche Romanzen mit teilweise gleichgeschlechtlichen NPCs.

Auch weiter ausgebaute Rollenspielelemente als im Vorgänger wurden angekündigt, die der Reihe wohl einen Schubs in eine andere Richtung geben sollen, nachdem die alte bereits zur Genüge ausgekostet wurde.

Das ist natürlich ein Fortschritt im Gegensatz zu bisherigen Teilen, aber ob das bereits ein neues Spiel rechtfertigt, ist nicht ganz sicher. Ich werde die Neuigkeiten jedenfalls gespannt verfolgen und auf jeden Fall hereinschauen, ob es dieses Mal wirkliche Veränderungen geben wird.

Cyberpunk 2077

Inzwischen gibt es schon Witze darüber, dass die 2077 im Titel wohl für das Erscheinungsdatum des neuen Hoffentlich-Meisterwerks aus der Spiele-Schmiede CD Project Red steht, für das es monatelang nur einen einzigen CGI-Trailer gab, der alle Fans des Studios in gespannte Erwartung versetzt hat.

Der neueste verrät allerdings ein bisschen mehr als die Tatsache, dass die Grafik mal wieder fantastisch sein wird: Man bekommt sozusagen eine kleine Rundtour des Ortes, der angeblich als „schlechtester Ort zum Leben in Amerika“ ausgezeichnet wurde, und schnell bekommt man auch ein gutes Gefühl dafür, warum dem so sein könnte.

Das Verbrechen ist in die Höhe geschossen und hat diese Stadt dabei wohl in den Albtraum jedes normalen Bürgers verwandelt, denn scheinbar kann man keine zehn Schritte gehen, um von modisch extravaganten Rowdys angegriffen zu werden oder hochentwickelten Cyborgs zu begegnen, die ebenfalls nicht alle friedlich zu sein scheinen.

Ein ziemlich großer Genresprung, denn mit der Witcher-Reihe, die das kleine Studio berühmt gemacht hat, hat das gar nichts mehr zu tun – Und gerade deshalb bin ich so gespannt darauf, wie sich dieses ästhetisch sehr ansprechende Spiel weiterentwickeln wird.

Dying Light 2

Ich muss zugeben, dass mich diese Neuigkeit wirklich überrascht hat, was wohl im Großen und Ganzen daran liegt, dass der erste Teil dieser frischgebackenen Reihe in Deutschland eher unbekannt ist, eine Tatsache, die wahrscheinlich dem Zustand zuzuschreiben ist, dass ihn die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien direkt nach seinem Erscheinen schon auf dem Kieker hatte.

Man kann also nur hoffen, dass diese Einschränkung dem zweiten Teil nicht widerfährt, der vieles anders machen will als sein Vorgänger:

Nicht nur findet die Handlung 15 Jahre nach dem Ausbruch der Zombieseuche statt, man soll auch wichtige Entscheidungen treffen können, die das Schicksal der Stadt und seiner Bewohner stark beeinflussen. Dazu hat man sich sogar den Autoren Chris Avellone ins Boot geholt, der bereits für andere beliebte Spiele geschrieben hat.

Auch das beliebte Parkoursystem, das denen von Assassin’s Creed oder Mirror’s Edge in nichts nachsteht, soll stark überarbeitet und erweitert worden sein sollen, ebenso wie der Nahkampf, der eines der Kernprinzipien des Spiels darstellt.

My Hero One’s Justice

Tatsächlich hat sich auch das nächste Spiel, das auf dem beliebten Manga „My Hero Academia“ basiert, einen Platz auf dieser Liste erkämpft, obwohl mein Interesse an solchen Spielen normalerweise nicht allzu hoch ist.

Wenn es allerdings um einen Brawler geht, bei dem man die Helden und Bösewichte aus dem Manga mitsamt ihrer ikonischen Fähigkeiten gegeneinander antreten lassen kann, wobei sie sogar coole Manöver gemeinsam durchführen können sollen, sage ich nicht nein.

Dazu soll es einen Story-Modus geben, der sich einerseits an der originalen Handlung orientieren, aber auch einige eigene Wendungen vorstellen soll.

Shadow of the Tomb Raider

Die Tomb Raider Reihe hat uns ja bereits gekonnt bewiesen, dass sich auch für diese alten Klassiker noch ein Reboot lohnt, und was für eins:

Das Actionspektakel, das sich uns als Tomb Raider 2013 geboten hat, ist nicht einmal von einem Michael Bay Film zu übertreffen, und das will schon etwas heißen. Zwischen den Explosionen wurde es auch überraschend düster, eine willkommene Abwechslung.

Im letzten Teil der Trilogie soll Lara nun endlich zum „Tomb Raider“ werden, in dem sie sich durch lebensfeindlichen Dschungel kämpft und die Maya-Apokalpyse aufhält, wie auch immer eine (mehr oder weniger) einfache Archäologin das tun soll – In dieser Hinsicht darf man wohl gespannt bleiben.

Klar ist aber auf jeden Fall, dass man erneut auf spannende und actionreiche Kletter- und Rutschpartien hoffen kann, und natürlich auf die Shooter-Elemente, die die Reboot-Reihe sich besonders von den Vorgängern abheben lassen und die Reihe in dieses Jahrzehnt geholt haben.

The Last of Us Part II

Auf dieses Spiel warten viele, seit die ersten Gerüchte über sein Erscheinen im Internet unterwegs sind. Und man kann sagen, dass der Gameplay-Trailer, der gezeigt wurde, den hohen Erwartungen mehr als gerecht wird.

Dieser beginnt mit einer unglaublich detaillierten Szene, in der Ellie, nun erwachsen, auf einer Art Ball mit einer bisher unbekannten Frau tanzt.

Diese friedliche Szene wird allerdings schnell unterbrochen, als Ellie in ein Kampfgeschehen geworfen wird, in dem sie wie schon im ersten Teil die Gejagte darstellt. Doch das Schleichen, Sprinten und Springen hindert sie nicht daran, auch ihre Kampfkünste zu zeigen.

Die flüssigen Animationen als „wie im Film“ zu beschreiben täte ihnen unrecht, denn sie erscheinen eher direkt aus dem echten Leben gegriffen zu sein. Atemlos verfolgt man den verzweifelten Überlebenskampf der Protagonistin, die sich mithilfe von allem, was ihr in die Finger kommt gegen ihre Jäger behaupten muss, und wie sie das tut!

Mit einer flüssigen Bewegung greift sie eine Flasche vom Boden, wirft sie auf einen Gegner, zuckt zusammen, wenn sie von Pfeilen getroffen wird und kämpft mit einer Machete gegen einen weiteren Feind, bis einen die Szene zurück zum Ball schickt.

Zurück bleiben Fragen und Erwartungen, die hoffentlich schnell mit neuen Trailern und Informationen gefüttert werden.

Wolfenstein: Youngblood

Gerade, wo man sich auf einen weiteren klassischen Shooter mit BJ Blazkowicz in der Hauptrolle freut, setzen die Entwickler noch einen drauf: Dieses Mal darf man nämlich seine beiden Töchter bei ihrer Reise begleiten.

Sie suchen nämlich im vom Regime besetzten Paris nach ihrem verschwundenen Vater, der einst die Revolution begonnen hat und nun irgendwo in der Großstadt verschollen ist.

Außerdem ist angekündigt worden, dass sich die Story sowohl im Koop als auch alleine spielen lassen wird, was ebenfalls eine willkommene Abwechslung ist, vor allem weil die beiden Schwestern dem kurzen Trailer nach mindestens ebenso cool wie ihr inzwischen legendärer Vater sind.

Der Qualität der direkten Vorgänger nach zu urteilen wird uns wieder ein Shooter erwarten, der andere Vertreter seines Genres locker in den Schatten stellen kann. Und dieses Erlebnis dann mit einem Kumpel zu teilen, macht die Sache noch interessanter.

Bilderquellen:

https://assassinscreed.ubisoft.com/game/de-de/home/index.aspx [Assassin’s Creed Odyssey]

https://www.cyberpunk.net/en [Cyberpunk 2077]

http://development.techland.pl/dying-light-2 [Dying Light 2]

https://www.bandainamcoent.com/games/my-hero-ones-justice [My Hero One’s Justice]

https://square-enix-games.com/de_DE/games/shadow-of-the-tomb-raider [Shadow of the Tomb Raider]

https://www.naughtydog.com/blog/the_last_of_us_part_ii_gameplay_revealed [The Last of Us Part II]

https://bethesda.net/de/article/J8WVcEYjGEsAIu86WeG6U/wolfenstein-youngblood-announce-and-trailer [Wolfenstein: Youngblood]

Review: Quantum

Jeder kennt typische Kriminalgeschichten, in denen ein Detektiv einem Dieb folgt, der gerade seinen großen Coup plant, und wahrscheinlich hat auch schon jeder einmal von einer Space Opera gehört, in der einzelne Personen im weiten Universum in einen Krieg zwischen verwickelten Großreichen hineingezogen werden.

Die Kombination dieser Genres und einer bunten Mischung anderer, die ebenfalls scheinbar inkompatibel wirken, gibt es allerdings eher selten, weshalb mich die Prämisse dieses Romans von Hannu Rajaniemi so beeindruckt hat.

(Sehr) kurz gefasst geht es in seinem Debütroman um den Meisterdieb Jean le Flambeur, der von der Kriegerin Mieli aus einem futuristischen Gefängnis befreit wird und sich in der Gesellschaft auf dem Mars, die streng von den Uhren, die die ablaufende Lebenszeit der Menschen diktieren, beherrscht wird, auf die Suche nach seinen verlorenen Erinnerungen macht, in denen er einen Schatz wähnt.

Dabei entdeckt er langsam nicht nur das Geheimnis seiner Vergangenheit, sondern auch das der Oubliette, wie die Gesellschaft dort genannt wird, und er wird in die Dinge verwickelt, vor denen ihn sein Ich aus der Vergangenheit hatte beschützen wollen.

Und zu allem Überfluss sind ihm auch noch der Detektiv Isidore Beautrelet und dem Ordnungshüter mit dem Namen „Gentleman“ auf den Fersen, die seinen vermeintlichen Raub verhindern wollen.

Diese Handlung, die sehr viel weiter geht, als hier beschrieben, hat es verstanden, mich von Anfang bis Ende in ihren Bann zu ziehen, was aber auch nötig war, um sie zu verstehen.

Der Hauptkritikpunkt an diesem durchaus sehr unterhaltsamen Roman ist nämlich, dass der Autor einen komplett ohne Vorbereitung in eine Welt wirft, die der unseren viel zu fremd ist, um sie ohne Erklärung zu verstehen.

Doch gerade diese gibt es nicht. Man muss sich die Bedeutung allerlei (ausgedachter) technischer Fachbegriffe und Ereignisse der Vergangenheit dieser bunten Welt selbst erschließen, was nicht immer einfach ist, weil sich die Protagonisten so gut in der Welt auskennen, dass sie diese als selbstverständlich annehmen und keine Worte über deren Funktionsweise verlieren.

Hat man sich allerdings erst einmal daran gewöhnt, kann man den ausgefeilten Schreibstil des Autors genießen, der es schafft, einen trotz allem in der Geschichte gefangen zu halten.

Auch die Charaktere, die einem am Anfang noch fremd erscheinen, weil sie sich in einer unbekannten Umgebung befinden, wachsen einem mit der Zeit ans Herz, sodass man über das Ende des Buches hinaus erfahren will, was mit ihnen geschieht.

Wenn man nichts dagegen hat, bis zum Finale eines Buches so gut wie gar nichts zu verstehen, bis es auf einmal wie durch ein Wunder Sinn ergibt, dem kann ich diesen Roman nur empfehlen.

Auch wenn sich das etwas erst einmal ziemlich negativ anhört, muss ich sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, in die Geschichte, die dieses Buch erzählt, einzutauchen. Man muss halt nur ein bisschen Geduld mitbringen.

Bildquelle: https://kotaku.com/5804526/quantum-thief-an-excerpt

Review: Animal Crossing Pocket Camp

Vor einigen Monaten ist es ja endlich herausgekommen: Eine Mobile-Variante von Animal Crossing, die ich in letzter Zeit fleißig gespielt habe. Aber wie schneidet der Ableger im Vergleich zu den Originalen ab?

In dieser Variante lebt man nicht in einer Stadt und kümmert sich um ihre Bewohner, sondern man managt seinen eigenen Zeltplatz und muss verschiedene Möbel besorgen, damit die Tiere ihn auch besuchen wollen.

Und von denen gibt es eine ganze Menge. Ständig werden neue Camper ins Spiel integriert, die natürlich auch neue Gegenstände mit sich bringen – Und wer freut sich nicht, wenn er seine Lieblinge aus den Nintendo-Spielen auch auf dem Handy erleben kann?

Auch an Events mangelt es nicht: Ob Blumenzüchten, Angelrekorde brechen oder bestimmtes Material sammeln, mit dem man zeitlich begrenzte Möbel bauen lassen kann, es gibt viel zu tun. Und manchmal ein bisschen zu viel, denn vielbeschäftigte Leute haben einfach keine Zeit, alles mitzumachen, was ich ziemlich schade finde.

Zu bemängeln gibt es nur noch, dass es im Vergleich zu anderen Spielen weniger Insekten und Fische gibt, außerdem fehlen das Museum und die damit verbundenen Fossile.

Allerdings gibt es eindeutig genug zum „Bauen und Basteln“, egal ob Zeltplatzattraktionen, Möbel oder Kleidungsstücke, weshalb man lange etwas zu tun hat, selbst wenn man seine üblichen Schulden abbezahlen konnte.

Und im Gegensatz zu dem mir am besten bekannten Spiel „Wild World“ kann man das Aussehen seines Charakters jederzeit ändern, eine willkommene Abwechslung zum Stress beim Charaktererstellen der älteren Variante.

Und nun zum Fazit: Das Spiel ist definitiv gut für die kleinen Wartezeiten zwischendurch, mit ein bisschen mehr Zeit würde ich aber immer lieber zum Nintendo DS wechseln, da diese Variante zwar grafisch gleich ist, aber etwas weniger Inhalt hat.

Bilderquelle: https://www.nintendo.de/

Review: Contrast

Gerade, wenn man denkt, man hätte schon alles gesehen, kommt wieder ein Spiel wie dieses um die Ecke, das ein neues Konzept und dazu noch einen einzigartigen Grafikstil mit sich bringt. Wenn ihr für den Moment genug von hyperrealistischen Shootern und mittelalterlichen Rollenspielen habt, ist dies genau das Spiel für euch.

In „Contrast“ spielt man Dawn, die einzige Freundin der jungen Didi, die außerdem die Fähigkeit hat, zwischen der „realen“ und der zweidimensionalen Schattenwelt hin- und her zu wechseln.

Und genau diese Fähigkeit muss man nutzen, um verschiedene Rätsel zu lösen, die Dawn und ihre kleine Begleiterin zu ihrem Ziel führen sollen: Der Wiedervereinigung mit ihrem Vater, der sich auf einen Deal mit den falschen Leuten eingelassen hat und vor den Konsequenzen gerettet werden muss.

Während einen dieses Spiel immer weiter in das malerische Paris der 1920er Jahre entführt, entdeckt man zahlreiche Hinweise auf die Schattenwelt und damit die Hintergründe der Geschichte, die in verschiedenen Sammelobjekten versteckt sind und so leicht übersehen werden können.

Dazu kommt noch der Soundtrack, der perfekt auf die Zeit abgestimmt ist und sich zwischen den zauberhaften Cabaret- und Zirkusszenen einfügt, um sie mit seiner Einzigartigkeit zu unterstreichen.

Was der düsteren und zugleich faszinierenden Atmosphäre noch die Krone aufsetzt ist die Tatsache, dass nicht alle Schatten, die man überqueren muss, stillstehen: Mal soll man über die sich drehenden Silhouetten eines Karussells springen, mal die Konversation zwischen zwei Menschen, die bis auf die beiden Protagonistinnen alle als Schatten dargestellt sind, überqueren.

Insgesamt gibt es nur zwei Sachen zu bemängeln: Manchmal ist die Steuerung leicht hakelig,  was einige Rätsel schwieriger, aber nicht unlösbar macht, und mit seinen knapp drei bis vier Stunden Spielzeit ist es an einem Tag leicht durchgespielt, obwohl es natürlich einlädt, gleich noch einmal von vorne anzufangen, um alle Geheimnisse zu entdecken.

Bildquelle: https://compulsiongames.com/en/8/contrast

Review: Outlast

Seit geraumer Zeit ist Outlast einer der hellsten Sterne am Horrorspiel-Himmel, und das nicht ohne Grund, wie ich selbst festgestellt habe.

Die Story an sich ist typisch für das Genre, wird allerdings interessant aufbereitet und vor allem durch auffindbare Dokumente erzählt: Als Journalist reist man zu der Irrenanstalt Mount Massive Asylum, um dort mysteriöse Vorfälle aufzuklären, nachdem man einen Insider-Tipp bekommen hat.

Bald sieht man sich jedoch gefangen zwischen mordenden Insassen und den Resultaten des geheimen Projekts „Walrider“, das unter dem Deckmantel der Anstalt vonstatten ging und anscheinend bereits mehr als ein Leben gekostet hat.

Mit nichts als einer Kamera bewaffnet, was ein beklemmendes Gefühl der Hilflosigkeit erzeugt, muss man also irgendwie lebend zum Ausgang kommen und die Gräueltaten im Inneren der Anstalt dokumentieren, doch dem stehen einige Gefahren im Wege.

Zum Beispiel benötigt die Kamera Batterien, um die Nachtsicht zu aktivieren, die in den dunklen Bereichen des Irrenhauses wirklich nötig ist, um zu sehen, wohin man denn gerade Hals über Kopf fliehen muss, was dem Ganzen ein ständiges Gefühl der Anspannung verpasst, die auch anhält, wenn man sich eigentlich nicht in konkreter Gefahr befindet.

Die  Momente, in denen man wirklich nichts zu befürchten hat, sind allerdings rar gesät, denn in Mount Massive wimmelt es nur so von Gegnern, die einem das Leben schwer machen, unter andere, der ehemalige Soldat Chris Walker, der verrückte Doktor Trager oder die Zwillinge.

Nicht alle Insassen sind jedoch feindlich gesinnt. Das Problem ist halt, dass man das äußerlich nicht erkennen kann und sich innerlich auf das Schlimmste vorbereitet, wenn man sich an ihnen vorbei zwängen muss.

Außerdem gibt es den Vater Martin, der versucht, einen durch die Anstalt zu geleiten, und den Kult um den Walrider, der das Mysterium um diese Gestalt und die Angst vor einer Begegnung mit ihr nur verstärkt.

Um diese ganze Tortur lebend zu überstehen, gibt es einige Mechaniken: Man kann sich in Schränken oder unter Betten verstecken, was einem nicht immer etwas bringt, weil die Bösewichte gut und gerne auch einmal darin nachschauen, Türen hinter sich schließen und Schränke vor sie schieben.

Einige Möglichkeiten also, zu überleben, und genug, um die verschiedenen Fluchtszenen zu überstehen, aber nicht so viele, dass es unnötig kompliziert wird. Und diese Abschnitte des Spiels sind nicht unbedingt linear, denn man muss teilweise durch Lüftungsschächte, Fenster oder durch den Garten fliehen.

Trotz all dieser Spannungsmacher gibt es eine Sache, die ich bemängeln muss, und das ist die sich ständig wiederholende Mechanik, bei der man zwei Hebel ziehen und dann einen Hauptschalter aktivieren muss, während in der Umgebung ein Feind auf Patrouille ist. Es ist zwar jedes Mal wieder nervenaufreibend, würde einem allerdings auf die Nerven gehen, wenn das Spiel nicht so kurz wäre.

Insgesamt ist es nämlich ziemlich kurz und kompakt, was wahrscheinlich die einzige Möglichkeit ist, die Spannung aufrecht zu erhalten und die Nervosität der Spieler nicht abklingen zu lassen.

Und noch ein Pluspunkt: Das Spiel verwendet zwar Jumpscares, braucht sie aber nicht, um seine Atmosphäre aufrecht zu erhalten, weshalb es von Anfang bis zum Ende ein spannendes Erlebnis bleibt.

Bildquelle: https://redbarrelsgames.com/games/outlast/

Review: Wonder Woman

Wenn man an typische Superhelden denkt, fallen einem sofort Superman und Batman ein… Und natürlich Wonder Woman, die endlich ihren eigenen Film bekommen hat.

Er handelt von ihrem ersten „Einsatz“ in der Welt außerhalb von Themyscira, der Insel der Amazonen, auf der sie aufgewachsen ist, nachdem der britische Kampfflieger Steve Trevor dort gelandet ist und sie vom Zustand der Welt im Zweiten Weltkrieg erfährt.

In dem Glauben, dass dies das Werk des bösen Kriegsgottes Ares ist, dem Erzfeind der Amazonen, verlässt sie ihre Heimat und betritt die Welt der Menschen, um ihn aufzuhalten.

Doch ganz so einfach ist das nicht, denn sie muss erst lernen, dass sich diese Welt nicht richtig in Gut und Böse unterteilen lässt, und dass man in einem Krieg nicht alle retten kann.

Allerdings hält sie das nicht davon ab, es zu versuchen, was die Atmosphäre des Films zwar düster, aber dennoch motivierend macht.

Auch die Nebencharaktere, die sie auf ihrer Reise begleiten, werden insgesamt verrückt und sympathisch darstellt.

Ihre Kostüme sind dazu passend gestaltet, und auch das von Wonder Woman selbst ist an das aus den Comics bekannte angelehnt, aber in den Stil moderner Filme „übersetzt.“

Und jetzt zu den Kampfszenen, dem Herzstück eines guten Actionsfilms: Nicht nur der Kampfstil, der von den Amazonen verwendet wird, ist mit seinen Bewegungen und Schlägen interessant, auch die Choreographien können sich sehen lassen.

Die Mischung aus Waffen, in ihrem Fall also Schwert, Schild und Lasso, und die gekonnt eingesetzten Zeitlupen, durch die einem die Komplexität der Handlung überhaupt erst bewusst wird, steigern die Spannung.

Dazu kommt noch die Musik, die immer passend und in Kämpfen angenehm hervorstechend ist und die eher düstere und angespannte Stimmung, die teilweise durch Scherze aufgelockert wird, verdeutlicht.

Nach den vorher eher durchwachsenen Kritiken der neueren DC-Filme räumt dieser hier zurecht alle Preise ab, denn meine Mitkinogänger und ich waren alle hellauf begeistert.

Und sind wir einmal ehrlich: Ein moderner Film mit einer Heldin in der Hauptrolle war mehr als überfällig, und dass er sich auch noch als der beste Superheldenfilm, den ich je gesehen habe, entpuppt hat, lässt definitiv auf mehr hoffen.

Bildquelle: http://www.dccomics.com/movies/wonder-woman