Review: My Time at Portia

Als ich angefangen habe, My Time at Portia zu spielen, habe ich ehrlich gesagt nicht viel erwartet, denn ich habe es für ein halbwegs normales Farming-Spiel gehalten – Nur, dass man ein Handwerker statt ein Farmer ist.

Und obwohl diese Beschreibung definitiv zutreffend ist, da das Game definitiv alle Elemente eines Farming-Spiels beinhaltet, eben das Sammeln von Ressourcen und das damit verbundene Upgraden des Hauses, das Aufziehen von Tieren, das Anpflanzen von allerlei Grünzeug und natürlich das Aufbauen von Beziehungen zu den liebenswerten Charakteren in einer Kleinstadt, musste ich doch feststellen, dass es so viel mehr ist als das.

Angefangen mit der Story, denn im Gegensatz zu vielen anderen Spielen dieser Art, hat Portia eine. Sie ist vielleicht nicht weltbewegend, bringt aber einige interessante Dinge und sogar Wendungen in das Spiel, die dafür sorgen, dass man wissen will, wie es weitergeht.

Dazu kommt natürlich, dass man seine liebevoll gestaltete, neue Heimatstadt und ihre sympathischen Bewohner retten möchte – Vor welcher Gefahr wird hier nicht erwähnt, da es sich wirklich lohnt, diese Story selbst zu erkunden.

Zu diesen Charakteren sollte noch mehr gesagt werden, denn sie fühlen sich um Einiges lebendiger an als ihre Gegenstücke in jeglichen anderen Spielen wie diesem, die ich jemals gespielt habe.

Dass jeder Charakter einen anderen Tagesablauf hat, ist in diesem Genre schon länger gesetzt, auch wenn es hier einige Überraschungen gibt. Ich habe zum Beispiel erst nach zahlreichen Spielstunden festgestellt, dass Gust zu bestimmten Tageszeiten das Grab seiner Mutter besucht.

Dazu kommt, dass die NPCs auch Beziehungen untereinander haben können. Das führt zum Beispiel dazu, dass die Freunden von Charakteren, mit denen man sich anfreundet, einen dann auch mehr mögen, oder dass bestimmte Leute sich im Restaurant zum wöchentlichen Austausch treffen.

Auch interessant ist das System, mit dem man die Beziehungen, die man selbst zu ihnen hat, ausbessert. Man kann einerseits mit ihnen reden und ihnen Geschenke geben, sich aber andererseits auch mit ihnen verabreden, wobei man in Minispielen gewisse Punktzahlen erreichen muss.

Was die Sache ein bisschen realistischer macht als in manchen rivalisierenden Spielen, ist, dass die Beziehungen andere Status hat als nur „Kennen wir uns?“ und „Bitte heirate mich“, es gibt sogar verschiedene Zustände der Freundschaft.

Auch, wenn man gerade nicht die Hauptstory vorantreibt, gibt es viel zu tun: Klassische Feldarbeit, wenn auch nicht in dem üblichen Ausmaß, das Bauen von Gerätschaften, Möbeln und Maschinen im Auftrag von Privatpersonen oder zur Verbesserung der Stadt und natürlich das Suchen nach Relikten und Rohstoffen in den verschiedenen Minen.

Besonders angetan haben es mir auch die Dungeons, von denen es leider nur nicht allzu viele gibt. An verschiedenen Punkten der Hauptstory schaltet man verschiedene dieser Gewölbe frei, von denen man einige einmalig besuchen kann und manche, die prozedural erschaffen werden, zum Ansammeln von Materialien oder zum Knacken des eigenen Highscores.

Dieses Spiel hat mich mit einer Mischung aus altbekanntem Harvest-Moon-Charme und den angenehmen Neuerungen immer wieder überrascht und mich sogar so gefesselt, dass ich tagelang nichts anderes machen konnte. In diesem Sinne wundert es wohl niemanden, dass ich eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen muss!

Quelle: http://portia.pathea.net/

Review: Staxel

Nachdem ich mich den ganzen Monat lang kaum von diesem Spiel losreißen konnte, habe ich beschlossen, endlich eine Review dazu zu verfassen, auch wenn sich das Spiel noch in der Early-Access-Phase befindet, also noch nicht fertig ist.

Wer Screenshots von dem Spiel sieht, wird es wohl zuerst mit Minecraft vergleichen. Und tatsächlich gibt es neben dem blockigen Artstyle noch eine weitere Gemeinsamkeit: Man kann ebendiese Blöcke abbauen und daraus einige Häuser bauen.

Und das soll man sogar, denn im Gegensatz zu dem ursprünglichen Minecraft gibt es hier eine Story: Der Spieler ist der neue Besitzer der Farm, die er wieder aufbauen und bewirtschaften muss, und kommt neu in die Stadt.

Nach und nach bekommt man immer mehr Bauaufträge, von Häusern für neue Stadtbewohner bis zu öffentlichen Gebäuden wie einem Museum, einer Tierhandlung oder einem Festivalplatz, während man die Bewohner und ihre Hintergrundgeschichten besser kennenlernt und Quests für sie erledigt.

Frühere Entwürfe einiger Dorfbewohner von Staxel – Wobei sich die Designs inzwischen stark verändert haben

Was als kleines Indie-Game für zwischendurch erscheint, hat überraschend viel Tiefe, sodass man sich schnell darin verlieren kann – Vor allem, weil die Jahreszeiten, die wie in vielen Spielen dieser Art nur aus einem Monat bestehen, nur jeweils 16 Tage haben und einem so schnell die Chance geben, aufzuholen, was man an Events oder pflanzbarem Gemüse verpasst hat.

Zum Beispiel gibt es im Frühling ein Event mit Feen-Thema, im Herbst ein Halloween-Event und im Winter ein Laternenfest, bei denen man niedliche, saisonale Möbel abstauben kann.

Dazu kommt ein einzigartiges Crafting-System, das viele Spieler überraschenderweise genervt zu haben scheint, weil man für Aktionen wie das Montieren, Kombinieren, Backen, Kochen, etc. jeweils verschiedene Stationen braucht.

Hat man sich jedoch erst einmal daran gewöhnt, kann man zahlreiche Rezepte und Blaupausen ausprobieren, die man kaufen kann oder teilweise durch Quests erhält.

Wie man es aus Animal Crossing, von dem die Entwickler inspiriert wurden, kennt, kann man auch Insekten und Fische fangen oder Fossilien sammeln und so seine Sammlungen erweitern und dafür Punkte und Belohnungen erhalten, ebenso wie für Achievements.

Alles in allem hat mich das Spiel mit seiner Fülle an Aufgaben überrascht. Es gibt eigentlich keine Momente, in denen Langeweile aufkommt, weil man immer auf der Farm arbeiten, Häuser bauen oder anderweitig Quests erledigen kann, weshalb ich keine Mühe habe, das Spiel trotz des „Early-Access-Stempels“ weiterzuempfehlen.

Bildquellen: https://playstaxel.com/

https://press.playstaxel.com/sheet.php?p=staxel

Review: Deiland

Deiland ist eines dieser Spiele, das man leicht verpassen kann, wenn man Pech hat. Aber besser spät als nie, wie ich zu meiner Freude festgestellt habe – Das von nur fünf Personen entwickelte Rollenspiel, das auf dem titelgebenden Planeten „Deiland“ spielt, ist nämlich bereits im Februar diesen Jahres erschienen und hat sich als echte Überraschung entpuppt.

Es geht darin um den kleinen Prinzen Arco, der auf Deiland lebt und den Planeten und sein magisches Kristallherz gegen verschiedene Monster und eine böse Stimme, die ihm nachts zuflüstert, verteidigen muss.

Ihm zur Seite stehen einige Charaktere, die ab und zu mit ihren Raumschiffen auf dem Planeten landen und mit denen man Handel treiben oder für die man Quests erledigen kann.

Außerdem kann man verschiedene Pflanzen anbauen und aus ihnen Gerichte kochen oder Zaubertränke brauen, Angeln gehen oder Mineralien in der Mine abbauen. Es ist sogar möglich, sein Haus weiter auszubauen und auch andere Gebilde wie Brunnen oder einen Schafstall zu bauen.

Aber das beschauliche Leben auf dem eigenen Hof ist nicht das Einzige, was das Spiel zu bieten kann, denn es kann auch mit RPG-Elementen aufwarten, indem man seinen Charakter leveln und verschiedene Attribute zum Verbessern, wie Intelligenz oder Stärke, wählen kann.

Außerdem ist da ja noch die Tatsache, dass Arco ein Prinz ist und als solcher Magie benutzen kann. Gleichzeitig muss er seinen Planeten aber auch vor einer unbekannten Bedrohung schützen, die sich langsam durch das Sammeln von Seiten der Legende eines Prinzen herauskristallisiert.

Und obwohl sich die Geschichte hauptsächlich auf Deiland selbst abspielt, kann man auch zwei andere Orte besuchen: Den Eisplaneten Ankora und einen weiteren Schauplatz, über den ich nicht zu viel verraten möchte.

Begleitet wird dieses märchenhafte Indie-Game, dessen cartoonhafte, aber nicht zu simple Grafik sich sehen lassen kann, von einem meist sanften Soundtrack, der jedoch in bei Monster- und Piratenangriffen auch mal einen Gang zulegt.

Alles in allem habe ich mit diesem Spiel viel mehr bekommen, als ich erwartet hatte. Natürlich ist die Spielzeit der Hauptstory nicht so lang wie bei zahlreichen AAA-Titeln dieser Generation, aber wenn man bereits Spiele wie Stardew Valley oder Harvest Moon mochte, kann man mit diesem hier nichts falsch machen.

Bildquellen: http://deiland.games/