Review: Leviathan – Die geheime Mission

Wer in seinem Leben mehr als zehn Bücher gelesen hat, kennt praktisch schon die Haupthandlung von jedem modernen Fantasy oder Science Fiction Roman: Entweder gibt es einen Auserwählten, der als Einziger den Tyrannen mit einem magischen Schwert besiegen kann, oder Soldaten auf Raumschiffen müssen sich gegen eine Alien-Invasion kämpfen.
Leviathan – Die geheime Mission von Scott Westerfeld, ein Buch, das eine Mischung auf beiden Genres ist, bedient sich zwar einiger Klischees, diesen aber nicht. Die Protagonisten sind zwar der sich auf der Flucht befindliche Prinz Aleksandr und die sich als Junge verkleidende Soldatin Deryn, aber das war es eigentlich schon mit dem typischen Elementen.
Die Vorgeschichte ist schnell erklärt: In der Welt, die sich kurz vor dem Ersten Weltkrieg befindet, gibt es zwei Gruppierungen: Darwinisten, die mithilfe monströser Tierschöpfungen kämpfen, und Mechanisten, deren Streitkräfte aus von Menschen gesteuerten Maschinen bestehen.

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Das alleine ist schon kreativ genug, doch die Beschreibungen dieser Kreaturen und der Sturmläufer toppen das noch einmal. Obwohl sie im echten Leben selbstverständlich nicht existieren, kommt es einem fast so vor, als könnten sie es, so eindrucksvoll schafft es der Autor, seiner Geschichte Leben einzuhauchen.
Die Protagonisten und auch die Nebencharaktere sind einem sofort sympathisch und man kann sie und ihre Motivationen gut verstehen. Auch ihre Designs, die, ebenfalls wie die Schiffe und Läufer, in wunderschönen Illustrationen dargestellt werden, sind unterschiedlich und für diese Periode absolut angemessen und realistisch.
Der Schreibstil ist detailliert genug, damit man sich alles perfekt vorstellen kann, aber man sollte keine seitenlangen Beschreibungen erwarten, die so ausführlich sind, dass sie einen schon langweilen. Besondere Ausdrücke wie „Brüllende Spinnen“ (Heute wohl eher „Verdammte Scheiße“) oder die Tatsache, dass Deryn ihre Vorgesetzten „Eierköpfe“ nennt, machen den Stil besonders einzigartig und geben der Welt eine ganz eigene Note.
Es bleibt also nur noch zu sagen, dass mich dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite absolut gefesselt hat und ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte.

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Die Handlung ist in sich stimmig und führt einen in Richtungen, die man anfangs nicht erwartet hätte. Außerdem lässt sie nur die einzige Frage offen, die man sich am Ende jedes guten Buches stellt: Was wird jetzt, wo das erste Problem gelöst wurde, aus den Hauptcharakteren?
Zum Glück gibt es zwei Fortsetzungen mit den Namen Behemoth und Goliath, die die Geschichte hoffentlich ebenso eindrucksvoll fortführen, wie sie begonnen hat.

Quelle: http://www.keiththompsonart.com/index.html

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